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Pressebereichte


Mit Omas Tipps nach Afrika, Thüringer Allgemeine, 06.10.2008 Von Anja SCHACHTSCHABEL

Mit einem Direkthandelsprojekt zwischen äthiopischen Kleinbauern und einer Kaffeerösterei in Jena sollen Kaffeekäufer Gelegenheit haben, anhand genau gekennzeichneter Herkunft das "Gesicht zur Bohne" kennenzulernen und sogar Ablass für ihre CO 2 - Sünden zu kaufen.

JENA. Einmal im Jahr wird geerntet. Und zwar mit der Hand. Die roten Früchte des Kaffeebaumes reifen nicht alle zur gleichen Zeit, die Ernte dauert mehrere Wochen. Wenn die Bauern jeweils nur die reifen Früchte mit der Hand abnehmen, müssen sie zwar mehrmals durch die Bäume gehen, können aber eine bessere Qualität zum Händler geben. "Und außerdem ist es ja das, was sie verkaufen und wir kaufen, nämlich der ökologische Anbau", erklärte Mitslal Kifleyesus-Matschie vom EljojoFe e.V. und eine der Organisatorinnen des direkten Kaffeehandels zwischen Äthiopien und Thüringen. Vor einem Jahr wurde der Verein von der gebürtigen Äthiopierin, die mittlerweile seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland lebt, von Freunden und Verwandten gegründet, um Kleinbauern in der Hochlandregion Jimma zu unterstützen.

Der übliche Weg des Kaffees verläuft über viele Zwischenhändler und Exportfirmen. Bevor die Bohnen in Thüringen über die Theke gehen, hat sich der Kilopreis zwischen Addis Abeba, Hamburg und Jena von 1,30 Euro auf 14 Euro erhöht. Der Kaffeebauer selbst erhält für seine ungeschälten Früchte sogar nur 10 Cent pro Kilo. Außerdem weiß der Endkunde nur sehr bedingt, woher sein Kaffee genau stammt.

Da entwickelte der EljojoFe-Verein ein Projekt zum direkten Handel zwischen äthiopischen Bauern und der Jenaer Kaffeerösterei. Die nächste Ernte von 2000 Bauern aus Jimma soll ohne Umwege und Zwischenhändler direkt an das Kaffeehaus am Markt gehen und dort ab dem Frühjahr 2009 zu kaufen sein. Für den deutschen Konsumenten wird der Kaffee weiterhin 14 Euro das Kilo kosten. Aber zwei Euro davon gehen zurück an die Äthiopier, die damit beim Bau von Schulen, dem Kauf von Medikamenten und der Erweiterung der Kaffeeplantagen unterstützt werden sollen. Außerdem werden sie in Ernte- und Verarbeitungsverfahren geschult, um ihre Bohnen qualitativ hochwertiger und damit teurer verkaufen zu können: nämlich bereits getrocknet und geschält.

"Die Bauern lernen zu veredeln und zu verpacken", fügte Frau Kifleyesus-Matschie hinzu. Und zwar von ihr selbst und Freunden und Bekannten aus Jena. Seit zwei Jahren fahren die Thüringer regelmäßig nach Äthiopien und zeigen den Bauern, wie sie ihre Erzeugnisse - Obst, Gemüse, Honig - haltbar machen können. "Die Armut in diesem Land kommt daher, dass sie nicht wissen, wie man konservieren kann", so Frau Kifleyesus-Matschie. Also hat sie sich die deutschen Verfahren erklären lassen: Wie man Sauerkraut macht, wie Marmelade oder wie man Früchte einkocht. "Wir haben alles von den Omas gelernt", schwärmte sie. Zwar lieferten auch die Jenaer Max-Planck- und Fraunhoferinstitute wichtige Informationen, aber in Äthiopien herrschen keine klinisch reinen Bedingungen und man muss sich mit einfachen Hausmachermitteln behelfen.

Mitte Oktober fährt Frau Kifleyesus-Matschie mit ihren beiden Kindern und zwei Schulabsolventen wieder für ein halbes Jahr nach Addis Abeba. Während dieser Zeit sollen Kaffeebauern, ihre Bäume und Erzeugnisse in eine Datenbank eingearbeitet werden. Der Handel soll transparent sein und auch über das Internet eingesehen werden.

Übrigens können Thüringer für das Projekt spenden und mit dem Geld einen oder mehrere Kaffee- oder Obstbäume kaufen, von denen sie nach drei Jahren ihren ganz persönlichen Kaffee beziehen.
06.10.2008 Von Anja SCHACHTSCHABEL

Guter Kaffee, Thüringer Augenzeuge, Dienstag, 30. September 2008 Originaltext + Video
Ein Pfund Kaffee kostet 3 Euro und gibts im Supermarkt um die Ecke. Der Kaffeebauer bekommt davon nur ein paar Cent. Der Jenaer Verein ElJoJoFe unterstützt äthiopische Bauern in der Herstellung von hochwertigen Kaffees, die nach EU-Bionormen angebaut werden. Vereinsmitglied Mitslal Kifleyesus-Matschie zelebrierte in der Jenaer Goethe-Galerie eine traditionelle Äthiopische Kaffeezeremonie und lud Passanten zur wortwörtlichen Kaffepause ein. Der Preis für 25o Gramm äthiopischen Kaffees beträgt übrigen 4,50 Euro; die Erkenntnis, dass dies nicht zu teuer, sondern der Kaffee aus dem Supermarkt zu billig ist, gibt es gratis dazu.

Kaffeezeremonie vom 16.04.2008 Quelle: TLZ.de
In der Kaffeerösterei Markt 11 bereitete Mitslal Kifleyesus-Matschie Kaffee nach äthiopischer Tradition zu. Die promovierte Politologin, die seit zehn Jahren in Jena lebt, unterstützt im heimischen Addis Abeba Kleinbauern dabei, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Sie will einen Bioprodukte-Handel aufbauen.

Äthiopische Bauern betreiben Subsistenzwirtschaft: Sie produzieren, was sie selbst zum Leben brauchen, nicht für den Markt. Sie verfügen kaum über bares Geld. Überschüsse verderben, denn Konservieren hat keine Tradition in Äthiopien, und es fehlen Infrastruktur und Know-How für Vermarktung und Vertrieb. Vor einem halben Jahr gründete Mitslal Kifleyesus-Matschie mit ein paar Freunden in Jena den Verein ElJoJoFe, der in ihrem Heimatland mit dem Aufbau kleiner Manufakturen beginnt.
Weitere Presse-Artikel, gesammelt von Julius Garbe (speziell zum Arbeitsprojekt von Julius und Martha)